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Arbeit in der Industrie

Arbeit in der Industrie (Industriarbejder i Danmark) Wenn Sie in Dänemark Arbeit bekommen, ist es wichtig, dass Sie der Gewerkschaft 3F und der 3F-A-Kasse (Arbeitslosenversicherung) beitreten.

Sie können sich jederzeit an Ihren 3F-Ortsverband wenden, um Mitglied zu werden und sich Ihre Fragen beantworten zu lassen.

Diese Regeln gelten für Sie, wenn Sie in der Industrie arbeiten, wie z.B. als Fabrikarbeiter.

Wenn Sie in der Industrie eingestellt werden, empfehlen wir Ihnen, Mitglied der Gewerkschaft 3F zu werden.

Wir haben, verteilt übers ganze Land, mehr als 60 Ortsverbände, und gemeinsam mit der Vertrauensperson bei Ihnen und Ihrem Arbeitsschutzvertreter setzen wir uns dafür ein, dass Sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz in den Genuss derselben Vorteile und Rechte kommen wie Ihre Kollegen.

Lohn

Ab 1. März 2021 beträgt der Mindestlohn 124,65 DKK pro Stunde.

Beachten Sie bitte, dass dies ein Mindestlohnsatz ist. Das bedeutet, dass der konkrete Lohn letztlich am Arbeitsplatz vor Ort ausgehandelt wird. Wenden Sie sich an Ihre Vertrauensperson und/oder den Ortsverband der Gewerkschaft 3F, um den korrekten Stundenlohn an Ihrem Arbeitsplatz in Erfahrung zu bringen.

Einmal pro Jahr haben Sie Anspruch auf eine neue Lohnverhandlung. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Vertrauensperson, wann und wie das an Ihrem Arbeitsplatz vor sich geht.

Anstellungsvertrag

Haben Sie an Ihrem Arbeitsplatz länger als einen Monat mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 8 Stunden gearbeitet, so haben Sie das Anrecht auf einen Anstellungsvertrag. Dieser muss Ihnen spätestens 1 Monat nach Ihrer Einstellung ausgehändigt werden. Ihre Vertrauensperson wird Ihnen dabei helfen. Falls es an Ihrem Arbeitsplatz keine Vertrauensperson gibt, müssen Sie zu Ihrem 3F-Ortsverband gehen. Dort wird man den Anstellungsvertrag mit Ihnen durchgehen.

Arbeitszeit

Ihre Arbeitszeit beläuft sich in der Regel auf 37 Stunden pro Woche, und die normale Arbeitszeit muss zwischen 6:00 und 18:00 Uhr liegen. Es gibt Zuschläge für Abend- und Nachtarbeit. Falls die Geschäftsleitung an Ihrem Arbeitsplatz Sie bittet, Überstunden zu machen, bekommen Sie für die zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden ebenfalls einen Zuschlag. Eine besondere Zulage erhalten Sie auch, wenn Sie sonntags und/oder feiertags arbeiten. 

Industriens Pension

Falls Sie früher in eine andere Arbeitsmarktrente eingebunden waren, werden Sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz in „Industriens Pension“ (die Rentenversicherung der Industrie) aufgenommen. Bei der Einstellung müssen Sie von sich aus Ihren Arbeitgeber darauf aufmerksam machen, dass Sie bereits einer anderen Rentenregelung zugehören. Falls Sie bislang in keine Arbeitsmarktrente eingebunden waren, werden Sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz nach 2 Monaten in Industriens Pension aufgenommen. 

Ihr Arbeitgeber zahlt für Sie an Industriens Pension einen Beitrag, der 8 % Ihres Monatslohns entspricht. Als Arbeitnehmer tragen Sie 4 % Ihres Monatslohns bei. Wenden Sie sich an Ihre Vertrauensperson und/oder den 3F-Ortsverband, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, was Ihre Arbeitsmarktrente für Sie bedeutet.

Urlaub und Extraurlaubstage

Wenn Sie ein ganzes Jahr angestellt sind, haben Sie sich laut Urlaubsgesetz 25 Tage bezahlten Urlaub verdient. Das entspricht 2,08 Urlaubstagen für jeden Monat. Das Urlaubsjahr erstreckt sich vom 1. September bis zum 31. August. Die Urlaubsbeanspruchungsperiode läuft vom 1. September bis zum 31. Dezember des Folgejahres.

Sie haben außerdem Anspruch auf 5 Extraurlaubstage pro Jahr, sobald Sie an Ihrem Arbeitsplatz 9 Monate kontinuierlich angestellt sind. Die Planung und Abwicklung von Urlaub bzw. Extraurlaubstagen erfolgt gemäß Vereinbarung mit Ihrem Arbeitsplatz. Gern auch in Zusammenarbeit mit Ihrer Vertrauensperson.

Wahlfreiheits-Lohnkonto 

Als Beschäftigter der Industrie bekommen Sie von Ihrem Arbeitgeber jeden Monat einen bestimmten Betrag Ihres urlaubsberechtigenden Lohns auf Ihr Wahlfreiheits-Lohnkonto (fritvalgslønkonto) eingezahlt. Die Höhe des Betrages hängt vom Tarifvertrag ab, wird aber stets als Prozentsatz berechnet. Das Geld kann unter anderem als zusätzlicher Lohn an Extraurlaubstagen, als Zulage zur Rente oder für Lohn bei kürzerer Arbeitszeit verwendet werden. Das bestimmen Sie selbst. Die Einzahlung erhöht sich im Laufe der Tarifvertragslaufzeit bis auf 7 %. Wenden Sie sich mit etwaigen Fragen zu Ihrem Wahlfreiheits-Lohnkonto an Ihre Vertrauensperson. 

  • 1. März 2020: 5 %
  • 1. März 2021: 6 %
  • 1. März 2022: 7 %

Im Krankheitsfall

Falls Sie krank werden, müssen Sie Ihren Arbeitsplatz so schnell wie möglich benachrichtigen. Wenn Sie bereits 6 Monate angestellt sind, haben Sie 5 Wochen lang Anspruch auf vollen Lohn einschließlich Zulagen. Nach Ablauf der 5 Wochen zahlt für weitere 9 Wochen Ihr Arbeitgeber den vollen Lohn, jedoch ohne Zulagen. Falls Sie noch keine 6 Monate angestellt sind, bekommen Sie Krankengeld von der Gemeinde. Dabei muss das Unternehmen Ihnen behilflich sein. 

Falls Sie bei der Arbeit zu Schaden kommen und Ihrem Job für eine Weile fernbleiben müssen, muss Ihr Arbeitgeber den vollen Lohn zahlen – gemäß Vereinbarung. Wenden Sie sich an Ihren Arbeitsschutzvertreter, wenn Sie auf der Arbeit zu Schaden kommen.

Mutterschaft

Sofern Sie an Ihrem Arbeitsplatz bereits 9 Monate beschäftigt sind, haben Sie Anspruch auf vollen Lohn bis 14 Wochen nach der Geburt (Mutterschaftsurlaub). Sie haben auch Anspruch auf vollen Lohn für bis zu 4 Wochen vor der Geburt selbst. Wenden Sie sich mit etwaigen Zweifeln an Ihre Vertrauensperson und/oder Ihren 3F-Ortsverband. 

Sie und Ihr Partner haben auch Anspruch auf insgesamt 16 Wochen Elternurlaub mit Lohn im ersten Jahr nach der Geburt. Der Elternurlaub ist zwischen Ihnen beiden aufzuteilen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Vertrauensperson nach den präzisen Regeln. 

Krankes Kind/Krankenhauseinweisung

Falls Sie bereits 9 Monate angestellt sind, haben Sie Anspruch auf vollen Lohn am ersten Krankheitstag des Kindes. Ist das Kind nach dem 1. Krankheitstag noch länger krank, haben Sie auch das Recht auf einen weiteren freien Tag. Jedoch ohne Lohn. Sie können sich einen Betrag aus Ihrem Wahlfreiheits-Lohnkonto auszahlen lassen. Falls Ihr Kind unter 14 Jahre alt ist und ins Krankenhaus eingewiesen wird, haben Sie Anspruch auf 5 Tage Freistellung mit Lohn. 

Ausbildung/Weiterbildung

Wenn Sie an einem Lehrgang im Rahmen der Ausbildungsplanung des Unternehmens teilnehmen, beziehen Sie, während Sie diese Ausbildung durchlaufen, Ihren üblichen Lohn, wenngleich ohne Zulagen.  

Sie haben Anspruch auf zwei Wochen Freistellung pro Jahr für relevante Weiter- oder Fortbildung in der Industrie. Es handelt sich dabei um eine sogenannte selbst gewählte Ausbildung und Sie allein bestimmen, welche(n) Kurs(e) Sie belegen wollen. Nach 6-monatiger Anstellung erlangen Sie das Recht auf 2 Wochen selbst gewählte Ausbildung pro Jahr. Lesen Sie mehr darüber und beantragen Sie Beihilfe unter www.ikuf.dk 

Nach Vereinbarung mit dem Unternehmen könnt ihr beim Kompetenzentwicklungsfonds der Industrie (IKUF) auch gemeinsam Beihilfe für die vereinbarte Ausbildung beantragen. Die vereinbarte Ausbildung kann beispielsweise genutzt werden, um bei Ihnen selbst und den Kollegen die Grundfertigkeiten zu stärken oder ausbildungsmäßig vom ungelernten zum gelernten Arbeiter aufzusteigen. Sie können Beihilfe beantragen, wenn Sie bereits seit 1 Jahr im Unternehmen beschäftigt sind und IKUF das Unternehmen unterstützt. Mehr über die Regelung erfahren Sie unter www.ikuf.dk   

Wurde Ihnen gekündigt, nachdem Sie ein Dienstalter von 6 Monaten erlangt hatten, haben Sie das Recht, in der Kündigungsfrist Ihre selbst gewählte Ausbildung in Anspruch zu nehmen. Ihre diesbezüglichen Möglichkeiten hängen von Ihrem Dienstalter ab, sowie auch davon, wie viel von Ihrer selbst gewählten Ausbildung Sie bereits in Anspruch genommen hatten. Falls Ihnen gekündigt wird, sollten Sie sich mit Ihrem gewerkschaftlichen Ortsverband darüber unterhalten, welche Möglichkeiten an Ausbildung Sie in der Kündigungsfrist haben. 

Probleme/Konflikte/Kündigung

Innerhalb der ersten 6 Monate sind weder Sie noch das Unternehmen verpflichtet, bei einer Kündigung oder Entlassung eine Frist einzuhalten. Nach 6 Monaten haben Sie eine 14-tägige Kündigungsfrist. Die Frist wird größer, je länger Sie angestellt sind. 

Falls Sie Probleme bzw. Konflikte erleben oder sich am Arbeitsplatz nicht sicher fühlen, sollten Sie nicht zögern, sich an Ihre Vertrauensperson und/oder Ihren Arbeitsschutzvertreter zu wenden. Sie haben auch die Möglichkeit, sich an Ihren Ortsverband der Gewerkschaft 3F zu wenden, wo man Ihnen gern helfen wird.